Notarkosten



NotarkostenEin Notar beglaubigt und beurkundet Rechtsgeschäfte, Unterschriften, Tatsachen und Beweise, auch verwahrt er Geld, wichtige Papiere und wertvolle Gegenstände. Die Notarkosten sind gesetzlich festgelegt, wobei die Notare geringe Spielräume haben, die sie weder nach oben noch nach unten verlassen dürfen. Die am meisten interessierenden Schwerpunkte der notariellen Tätigkeit sind die Beurkundung einer Grundschuld und die Beglaubigung einer Vorsorgevollmacht.

Tätigkeitsschwerpunkte von Notaren



Bestimmte Rechtsgeschäfte bedürfen zwingend der Beurkundung durch einen Notar, dazu gehören der Grundstückskauf, Erbverträge und Gesellschaftergründungsverträge. Vorsorgevollmachten und Testamente können, müssen aber nicht notariell beglaubigt werden, es empfiehlt sich lediglich wegen der höheren Rechtssicherheit. Der Notar kann Verträge, Vollmachten oder ein Testament entwerfen, das ist jedoch nicht zwingend vorgeschrieben. Im Einzelnen nimmt er folgende Beurkundungen und Beglaubigungen vor:
  • Grundstücksübertragungen, Grundpfandrechte und Grunddienstbarkeiten
  • Erbverträge und Beurkundung von Testamenten
  • Eheverträge, Erklärungen im Kindschaftsrecht, Unterhaltsverpflichtungen, Vaterschaftsanerkennungen und Vorsorgevollmachten
  • Gesellschaftergründungen (GmbH, AG, HRA, Vereine sowie die jeweiligen Satzungsänderungen und Umwandlungen)


Die Kostenordnung von Notaren unterscheidet zwischen der notariellen Tätigkeit und Auslagen, sie ist in Deutschland recht sozial gestaltet und im § 17 der Bundesnotarordnung festgeschrieben. Durch die relativ sorgfältige Austarierung des notariellen Gebührensystems können Notare nicht immer kostendeckend arbeiten, der Gesetzgeber schafft hier über die Preise einen Zugang für alle Bürgerinnen und Bürger. Ohne diese Regelungen wären viele Rechtsgeschäfte nicht abzuschließen.

Hinweis: Seit 01.08.2013 gelten nach dem Kostenrechts- modernisierungsgesetz neue Notarkosten. Folgende Dienstleistungen werden teurer:
  • Unternehmensverschmelzung: +80%
  • Anteilserwerb am Unternehmen: +66%
  • Unternehmensgründung: +50%
  • Hauskauf inklusive Ablösung alter Grundschulden: +36%
  • Hauskauf im Standardfall: +17%
  • Testament: +18%

Notarkosten beim Übertragen einer Grundschuld



Der Immobilienkauf (siehe Wohnungskauf) oder -verkauf setzt zwingend die notarielle Beurkundung voraus, weshalb die entstehenden Kosten von rund einem Prozent in den Kaufpreis und die Finanzierung eingerechnet werden sollen. Das eine Prozent ist ein Richtwert, für den konkreten Fall gibt es Notarkostenrechner, die jeder Baufinanzierer anbietet. Hierbei werden folgende Faktoren berücksichtigt:
  • zu beurkundendes Vorhaben (Kauf/Verkauf, Grundschuldbestellung, -abtretung oder -löschung)
  • Kaufpreis
  • eingetragene Grundschuld
  • Verwendung eines Notaranderkontost
Abzutrennen sind die Gebühren des Notars von den Amtsgebühren für den Grundbucheintrag, beides muss in die Kalkulation der Eigenheimfinanzierung mit einfließen.

Notarkosten für eine Vorsorgevollmacht



Bei Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten empfiehlt sich allein aufgrund der komplexen Rechtslage die Einschaltung eines Notars, wobei die Gebühren selbst bei höheren Vermögen nicht sehr hoch ausfallen. Zwar gibt es auch hierfür eine Gebührentabelle, einzelne Notare geben die Kosten für die Vorsorgevollmacht dennoch leicht verschieden an. Die halbe anfallende Gebühr kann demnach betragen:
  • Geschäftswert 10.000 Euro: 27 Euro
  • Geschäftswert 25.000 Euro: 42 Euro
  • Geschäftswert 50.000 Euro: 66 Euro
  • Geschäftswert 250.000 Euro: 216 Euro
  • ab dem Geschäftswert 500.000 Euro: 403,50 Euro
Die letztgenannte Gebühr soll die Höchstgebühr sein, wobei andere Notare geringfügig abweichende Preise nennen. Dieser geringe Spielraum muss auch gewährleistet bleiben, weil die eigenen Kosten eines Notars (zum Beispiel seine Büromiete) in Großstädten ganz anders ausfallen.





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