Notarkosten für Adoption



Notarkosten bei einer AdoptionEine Adoption gliedert einen nicht verwandten Menschen - in der Regel ein Kind - in die Familie ein, der häufigste Fall ist die Stiefkindadoption. Das Kind kann noch beide leiblichen Eltern haben, von denen mindestens ein Elternteil der Adoption zustimmen muss (wenn der andere Elternteil zur neuen Familie gehört). Jedoch kann das Kind auch Halb- oder Vollwaise sein und sogar aus einem gänzlich anderen Land und Kulturkreis stammen. Die Notarkosten unterscheiden sich bei diesen Fällen nur insofern, als dass unter Umständen anwaltliche Hilfe bei der Einholung der Zustimmung leiblicher Eltern vonnöten ist und der Notar diese Hilfe als Dienstleister organisiert. Dieser Fall ist eher selten und bedarf dann einer gesonderten Vereinbarung zwischen dem Notar und den künftigen Adoptiveltern. Allerdings ist von noch lebenden und zu ermittelnden Eltern die formale Einwilligung über einen Notar einzuholen, die Notarkosten hierfür sind sehr gering (siehe unten).



Regelungen zur Adoption und den Notarkosten



Die ersten BGB-Regelungen zur Adoption stammen aus dem Jahr 1900, sie wurden unter anderen als den gegenwärtigen Voraussetzungen geschaffen. Damals ging es vorrangig um die Namens- und Vermögenssicherung einer Familie, heute geht es in erster Linie um das Kindeswohl. Dieser Unterschied berührt die Notarkosten nur punktuell, wenn die Umstände der Adoption in einigen Fällen - siehe oben - einen erhöhten Aufwand verursachen. Die Tendenz geht heute zur Adoption von Stiefkindern und von Nichten oder Neffen durch Verwandte nach dem Verlust der leiblichen Eltern, diese Fälle machen rund 60 % aller in Deutschland bewilligten Adoptionen aus. Der Rest sind Fremdadoptionen von Kindern durch ungewollt kinderlose Paare. Vermittelt wird die Adoption auf Antrag durch Adoptionsvermittlungsstellen der Jugendämter und Landesjugendämter sowie anerkannter Organisationen, das Familiengericht beschließt nach vorliegenden Voraussetzungen die Adoption, die notariell beglaubigt werden muss. Die entsprechenden Notarkosten für die Adoption sind überwiegend bundesweit einheitlich geregelt.

Beispielrechnung



Das folgende Beispiel stammt aus einem Münchner Notariat und aus dem Frühjahr 2014, es hat sich daran zum gegenwärtigen Zeitpunkt und nach der letzten Reform der Notargebühren (2013) nichts geändert. Dieser vorgestellte Fall betrifft eine Stiefkindadoption mit einem noch lebenden Elternteil, der zustimmen muss, es handelt sich um den häufigsten Adoptionsfall.
  • Dokumente und Abschriften: pro Urkunde 6,00 - 7,00 Euro (nach Aufwand), gesamt ~25,00 Euro (Abstammungsurkunden, Geburtsurkunden etc.)
  • Einwilligung eines leiblichen Elternteils, notariell bestätigt: 25,00 Euro (bundesweit einheitlich)
  • Adoptionsantrag, notariell aufgesetzt: 65,00 Euro (bundesweit einheitlich)
  • Gesamtaufwand der Stiefkindadoption: 115,00 Euro
Die vergleichsweise geringen Notarkosten für die Adoption würden sich nur dann erhöhen, wenn es anwaltlicher Hilfe zur Einholung der Zustimmung eines leiblichen Elternteils bedarf. Diese Hilfe organisiert der Notar zu ebenfalls sehr geringen Kosten, sie schlägt allerdings mit Anwaltskosten zu Buche. So eine Hilfestellung ist nur sehr selten erforderlich. In der Regel erfolgt die Stiefkindadoption mit noch lebendem Elternteil durch den neuen Ehemann der Mutter des Kindes, während der leibliche Vater durch diesen Vorgang von den Unterhaltspflichten entlastet wird und oft kaum noch Umgang mit dem Kind pflegt, also recht unproblematisch zustimmt. Unter anderen Umständen wird eine Stiefkindadoption kaum angestrebt.





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