Notarkosten für Erbvertrag



Notarkosten für ErbvertragDie Notarkosten für einen Erbvertrag entsprechen denen für ein gemeinschaftliches Testament (eines Ehepaares) und liegen damit doppelt so hoch wie die für ein Einzeltestament. Natürlich kann auch eine alleinstehende Person einen Erbvertrag aufsetzen und muss dann mit den doppelten Kosten gegenüber einem Testament rechnen. Hier fragt es sich, welches Ziel damit verfolgt wird.

Doppelte Notarkosten: Warum ein Erbvertrag?



Ein Erbvertrag unterscheidet sich vom Testament. Die Rechtsgrundlagen finden sich in den §§ 1941 und 2274 ff. BGB, wo der Erbvertrag als zweite Möglichkeit neben dem Testament beschrieben wird, mit der eine Person ihren Nachlass regeln kann. Zwar wird der Erbvertrag sehr oft von Eheleuten abgeschlossen, seine Bedeutung ist in den letzten Jahrzehnten durch die massive Zunahme von Patchworkfamilien stark gewachsen, jedoch benennt das BGB ausdrücklich auch die Möglichkeit des Erbvertrages einer einzelnen Person. Auch hierfür entstünden dann die Notarkosten für den Erbvertrag in doppelter Höhe gegenüber dem Testament. Der Unterschied zur "letztwilligen Verfügung" (= Testament), die im § 1937 BGB beschrieben wird, besteht in der rechtlich verbindlichen Hinterlassung per Erbvertrag. Dieser kann nicht mehr angefochten werden, was bei einem Testament möglich ist. Der per Erbvertrag begünstigte Erblasser hat also Anspruch auf das beschriebene Erbe, soweit dieses rechtskräftig (also ohne Ausschluss des Pflichtteils an leibliche Erben) vermacht wird. Wichtig kann ein Erbvertrag im Zusammenhang mit einem Ehevertrag sein.



Beispielrechnung



Die Beurkundung eines Testaments kostet die 1,0-fache Gebühr. Die Notarkosten für den Erbvertrag betragen genauso wie die für das gemeinschaftliche Testament die 2,0-fache Gebühr. Als Geschäftswert wird jeweils das vorhandene Vermögen herangezogen, Schulden werden hälftig abgezogen. Bei Teilverfügungen muss deren wirtschaftliche Bedeutung berücksichtigt werden. Beispiele für Geschäftswerte wären:
  • 10.000 Euro: Notarkosten Erbvertrag 150 Euro (Einzeltestament 75 Euro)
  • 25.000 Euro: Erbvertrag 230 Euro
  • 50.000 Euro: 330 Euro
  • 250.000 Euro: 1.070 Euro
  • 500.000 Euro: 1.870 Euro
In Ausnahmenfällen können Nebengebühren entstehen, hinzu kommen aber Porto-, Telefon-, Fax- und Schreibgebühren, die Mehrwertsteuer und die einmalige Gebühr von 15 Euro für die Registrierung bei der Bundesnotarkammer in deren zentralem elektronischem Testamentsregister. Diese Registrierung ist gesetzlich vorgeschrieben, sie verhindert das Übersehen der Verfügung, wenn die Erben von ihr keine Kenntnis haben sollten.

Sparen bei den Notargebühren für den Erbvertrag?



Ausdrücklich spart der notarielle Erbvertrag ebenso wie das Testament trotz der damit verbundenen Notargebühren Geld, denn auch rein gesetzlich begünstigte Erben brauchen für das Geltendmachen von Ansprüchen bei Häusern und Grundstücken, Firmenvermögen, Bankguthaben und Versicherungen einen Erbschein. Ein notariell beglaubigter Erbvertrag erspart diesen Erbschein, der doppelt so teuer wie die Notargebühr ist. Selbst ein anwaltlich beglaubigtes Testament ersetzt nicht den Erbschein. Daher lassen sich die Notargebühren für den Erbvertrag im Grunde nicht einsparen. Zudem ist dies der sicherste Weg für Erblasser und Erben, das Vermögen wie gewünscht zu hinterlassen. Ein weiterer Grund kommt hinzu: Der notariell beglaubigte Erbvertrag oder das entsprechende Testament führt zur unmittelbaren Wirksamkeit des Erbes, während ein Erbschein erst in einigen Monaten ausgestellt wird. Die Notargebühren für den Erbvertrag sind also kein Grund, auf diesen zu verzichten.





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