Notarkosten: Immobilienkauf



Notarkosten beim ImmobilienkaufDie Notarkosten beim Immobilienkauf lassen sich nicht umgehen, der Notar muss seine Arbeit laut gesetzlicher Vorschrift (in Deutschland) verrichten. Andererseits unterliegen Notare der Kostenordnung, sodass die Kosten bundesweit einheitlich ausfallen. Ohne den Notar käme kein rechtskräftiger Kaufvertrag zustande. Käufer eines Grundstücks und/oder einer Immobilie müssen also die Notarkosten in die Finanzierung einkalkulieren. Im Rahmen der Gesamtfinanzierung machen sie nur einen kleinen Teil der Nebenkosten aus, auch wenn sie bei einem Haus plus Grundstück für 250.000 Euro und einer eingetragenen Grundschuld von 200.000 Euro durchaus um 3.500 Euro betragen können.



Warum ist die notarielle Beglaubigung vorgeschrieben?



In den meisten Staaten, aber nicht überall, schreibt der Gesetzgeber bei Immobilien- und Grundstücksgeschäften die Hinzuziehung eines Notars vor, um Verkäufer und Käufer zu schützen. Immerhin sind Immobiliengeschäfte recht komplex, der Notar wickelt sie rechtssicher für beide Parteien ab. Die Bundesnotarordnung tituliert Notare als „unabhängige Träger/Vollzieher eines öffentlichen Amtes“, und das, obwohl sie Freiberufler sind. Die Position des Notars ist also mit der eines Amtsträgers vergleichbar, dementsprechend haftet er auch für Fehler. Zudem ist er zur strikten Neutralität beim Eigentumsübergang verpflichtet. Im Rahmen seiner Aufgaben und Leistungen beim Immobilienkauf erstellt er den Vertragsentwurf, überwacht den Vertragsabschluss (die Unterschrift beider Seiten), holt die Vorkaufsverzichterklärung der Gemeinde ein und beantragt die Auflassungsvormerkung im Grundbuch. Dadurch wird die Einigung über den Eigentumsübergang dokumentiert. Das Grundbuch ist ein amtliches Dokument und bleibt praktisch ewig erhalten, es wird als öffentliches Register beim Amtsgericht geführt. Bei berechtigtem Interesse kann es jedermann (zum Beispiel der Kaufinteressent) einsehen, es genießt öffentlichen Glauben. Was im Grundbuch steht, gilt als korrekt und manifestiert Rechte. Ein Grundbuch besteht aus dem Bestandsverzeichnis sowie den Abteilungen I, II und III. Im Bestandsverzeichnis, das mit den Katasterpapieren identisch sein sollte, sind die genauen Grundstücksangaben nachzulesen. Die Abteilungen enthalten:
  • Abteilung I: Eigentumsverhältnisse
  • Abteilung II: Lasten und Beschränkungen
  • Abteilung III: Belastungen

Beispielrechnung für die Notarkosten beim Immobilienkauf



Im Folgenden Beispiel soll der Kaufpreis 250.000 Euro betragen, durch Bargeld des Erwerbers beträgt die eingetragene Grundschuld 200.000 Euro. Die Abwicklung des Eigentumsübergangs erfolgt über ein Notaranderkonto. Es entstehen die nachfolgend aufgeführten Kosten:
  • Abwicklungsgebühr Hauskauf: 864 Euro
  • Beurkundungsgebühr: 357 Euro
  • Eintragungsgebühr: 357 Euro
  • Eintragungsgebühr Eigentümerwechsel: 432 Euro
  • Vollzugsgebühr Kauf: 216 Euro
  • Gebühr Notaranderkonto: 662,50 Euro
  • Gebühr Notarbestätigung: 89,25 Euro
  • Vollzugsgebühr Eintragung: 89,25 Euro
  • Mehrwertsteuer: 432,82 Euro
  • Gesamt: 3.499,82 Euro
Diese Rechnung geht von der vollen Höhe der Notarkosten beim Hauskauf einer Bestandsimmobilie aus. Der Gesamtpreis, also Immobilienwert und Grundstückswert, ist die Basis für die Notarkosten. Der Kauf eines Grundstücks wird anders berechnet.

Wer zahlt die Notarkosten, wenn der Vertrag nicht zustande kommt?



Das ist ein seltenes Szenario, weil sich die Kontrahenten zunächst einig werden und überdies der Käufer von der Bank eine verbindliche Finanzierungszusage einholt, bevor sich beide Seiten zum Notar begeben. Falls aber dieser unwahrscheinliche Fall eintritt, zahlt derjenige die Notarkosten, der den Notar beauftragt hat.





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